Schwerpunkt:
Landschafts- & Tierfotografie
1. Die Vision: Das Bild vom Bild
Ein grossartiges Naturfoto ist selten ein Zufallsprodukt. Es ist das Ergebnis von Recherche und Timing.
Strategische Vorbereitung:
- Motiv-Recherche: Nutze Bildplattformen nicht zum Kopieren, sondern um Lichtsituationen zu verstehen.
- Location Scouting: Besuche Orte (wenn möglich) vorab ohne Kamera. Achte auf Vordergrund-Elemente (Steine, Blumen, Linien).
- Perspektivenwechsel: Plane für ein Motiv mindestens drei verschiedene Standpunkte ein (Bodennähe, Augenhöhe, erhöhter Standpunkt).
2. Das Licht-Management
In der Naturfotografie ist die Sonne Dein wichtigster Beleuchter.
Das Timing-Raster:
Pro-Planer-Tool:
Nutze Apps wie PhotoPills oder The Photographer's Ephemeris, um den Sonnenverlauf exakt über die Landschaft zu legen.
3. Technik für das Gelände
Planung bedeutet auch, die Kamera blind zu beherrschen, wenn es schnell gehen muss.
Nimm den Drehspick mit, er hilft Dir beim Fotografieren.
Landschaftsfotografie:
- Blende:
f/8 bis f/11 für durchgehende Schärfe.
- Fokus:
Fokussiere auf das erste Drittel im Bild oder "Hyperfokale Distanz".
- Filter-Check:
Polfilter: Um Spiegelungen auf Wasser/Blättern zu löschen.
ND-Filter: Für fliessendes Wasser (Belichtungszeit verlängern).
- ISO:
Möglichst tief.
Tierfotografie:
Verschlusszeit:
Statisch (sitzender Vogel): 1/800s
Langsame Bewegung (gehende Rehe): 1/1000s
Action (Flug, Sprung): 1/2000s bis 1/4000s
Autofokus:
AF-C (Kontinuierlich) mit Augen-Erkennung (Animal Eye AF).
Modus:
Serienaufnahme (High Speed), um den perfekten Moment zu erwischen.
ISO:
Maximal 3200 / 6400 ISO (siehe Drehspick).
4. Biologie & Ethik:
Der unsichtbare Fotograf
In der Tierfotografie ist das Wissen über das Tier die beste Planung.
Wissen ist Vorsprung:
Wann ist das Tier aktiv? Dämmerungsaktive vs. tagaktive Tiere.
Windrichtung:
Plane Deinen Standort so, dass der Wind von vorne kommt (das Tier riecht Dich nicht).
Respekt-Zone:
Wenn ein Tier sein Verhalten wegen Dir ändert, bist Du zu nah!
Tarnung:
Vermeide raschelnde Kleidung, klapperndes Stativ und schnelle Bewegungen.
5. Die "Niemals-Vergessen" Checkliste
Gehe diese Liste am Abend vor dem Shooting durch:
Hardware:
Akkus:
Alle voll? Bei Kälte: Ersatzakku in die Hosentasche!
Speicherkarten:
Leer, formatiert.
Stativplatte:
Ist die Platte fest unter der Kamera verschraubt?
Reinigung:
Frontlinse und Sensor staubfrei?
Persönliches & Sicherheit:
Wetter-Check:
Regenradar und Windgeschwindigkeit geprüft?
Kleidung:
Zwiebelprinzip (lieber eine Schicht zu viel als frieren beim Warten)
.Licht:
Stirnlampe eingepackt für den Rückweg?
Notfall:
Jemandem Bescheid gegeben, wo Du Dich im Gelände aufhältst?

